Informationen zum Brustkrebsscreening
Brustkrebs ist der häufigste bösartige Tumor der Frau mit einem Anteil von 24% an den Krebsneuerkrankungen in Deutschland gefolgt von Darm-, Lungen- und Gebärmutterkrebs.
Bei fast 50 von 1000 Frauen wächst zwischen dem 50. und 69 Lebensjahr ein unentdeckter Brustkrebs heran.
55.000 Frauen erkranken in der Bundesrepublik Deutschland jedes Jahr an Brustkrebs. 18.000 Frauen sterben jedes Jahr an Brustkrebs. Laut neueren Studien können aber bis zu 3000 Todesfälle vermieden werden.
In einer Übersichtsarbeit im Deutschen Ärzteblatt (Nr. 8 / 2008) wird berichtet: Von 100 an Brustkrebs erkrankten Frauen sterben tumorbedingt innerhalb der folgenden 10 Jahre nach Diagnosestellung ohne Screening 31 Frauen an Brustkrebs, bei Teilnahme am Screening sterben 20 Frauen d.h. 35% weniger.
Daher hat der Bundestag schon vor Jahren beschlossen, dass die Brustkrebs-Früherkennung (Screening) mittels Röntgen-Mammographie in Deutschland, wie schon in vielen anderen Industrieländern seit Jahren praktiziert, eingeführt wird.
Zwischenzeitlich sind in Bayern 14 Screening-Einheiten, in Deutschland insgesamt etwa 100, eingerichtet worden. Organisatorisch ist für jede Screening-Einheit ein Programm verantwortlicher Arzt (PVA) bestimmt worden. In der Mammographie-Screening Einheit „Schwaben Süd“ ist dies Herr Dr. Vogel aus der radiologischen Praxis Traurig/Vogel in Kempten.
Auch andere radiologische Praxen im Screening-Bezirk sind als Erstellerpraxis Teil der Screening-Einheit, wie z.B. die Radiologische Praxis Memmingen. Somit sind wir zuständig für die Bilderstellung im Bereich Memmingen und Umgebung. Die Befundung der erstellten Mammographie-Aufnahmen erfolgt zentral, auch unter Einbeziehung von Ärzten der Erstellerpraxen. Alle teilnehmenden Praxen sind hinsichtlich des Mammographie-Screening zertfiziert und müssen einen hohen Qualitätsstandard nachweisen. Dieser wird regelmäßig überprüft.
Brustkrebs-Screening bedeutet die systematische Untersuchung von Frauen ohne Beschwerden oder Auffälligkeiten hinsichtlich Früherkennung von Brustkrebs durch Röntgen Mammographie. Frauen mit auffälligem Tastbefund oder sonstigen klinischen Auffälligkeiten, sollten sich daher bitte primär an ihren Frauenarzt wenden.
Häufig haben Patientinnen Ängste vor einer Röntgen-Mammographie. Dies ist unbegründet. Die Strahlenbelastung ist sehr gering, da das Brustdrüsengewebe nach dem 50. Lebensjahr nur eine sehr geringe Strahlenempfindlichkeit hat. Das Risiko durch eine Röntgen-Mammographie an Brustkrebs zu erkranken, entspricht dem Risiko einer Erkrankung an Lungenkrebs durch Inhalation von 3 Zigaretten.
Die Einladungen zum Brustkrebs-Screening erfolgen von einer "Zentralen Stelle" welche die Daten aus dem Melderegister erhält. Bei Nichterscheinen zur Vorsorgeuntersuchung bekommen die Frauen ein Erinnerungsschreiben. Bleibt dieses ohne Resonanz, erfolgt nach zwei Jahren eine erneute Einladung. Sollte die Frau sich jedoch zwischenzeitlich zum Brustkrebs-Screening entscheiden, kann sie sich jederzeit telefonisch bei den Erstellerpraxen melden.
Naturgemäß fallen im Rahmen des Screening abklärungsbedürftige Befunde an, die sich nach weiterer Abklärung sehr häufig als gutartig darstellen. Daher bedeutet eine Einladung zur weiteren Abklärung nicht zwangsläufig, dass ein Mammakarzinom vorliegt. Die weitere Abklärung muss, wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben, durch den Programm verantwortlichen Arzt erfolgen, das heißt in Kempten.
Sollte doch eine Behandlung der Patientin wegen einer Brustkrebserkrankung notwendig sein, erfolgt die wohnortnahe Versorgung in einem zertifizierten Brustzentrum, wie hier am Klinikum Memmingen.
Auch kann das Screening nicht den Besuch beim Frauenarzt zur Krebsvorsorge ersetzen, sondern ergänzt diese.